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Frankreich für deutsche Händler: EPR, Umsatzsteuer, Cdiscount

Frankreich ist für deutsche Händler der naheliegende zweite Markt. Die Kanäle sind schnell aufgezählt – Amazon.fr, der französische Platzhirsch Cdiscount und die Marktplätze von Fnac Darty. Aufwendig ist, was davor liegt: Umweltregistrierungen, Umsatzsteuer und Kundenservice auf Französisch.

Was wir dabei übernehmen

  • Kanalauswahl und Einstieg: Amazon.fr, Cdiscount, Fnac und Darty, Kaufland.fr
  • Angebote, auf Französisch geschrieben statt übersetzt
  • Umsatzsteuer, OSS und die französischen EPR-Registrierungen führt ein Partner – wir wählen ihn aus und behalten die Fristen im Blick
  • Logistik: FBA, Partner-Fulfillment oder Versand aus Deutschland
  • Werbekampagnen und die tägliche Arbeit an den Konten

Frankreich auf einen Blick

Die Kanäle
Amazon.fr läuft über dasselbe europäische Verkäuferkonto wie Amazon.de. Daneben zwei französische Häuser: Cdiscount nennt 17 Millionen Unique Visitors im Monat und 7 Millionen aktive Kunden (Quelle: marketplace.cdiscount.com, 09.2026); Fnac Darty verkauft nach Frankreich und Belgien (Quelle: marketplace.fnacdarty.com/s/devenir-vendeur, 09.2026).
EPR: die ADEME-Nummer
Frankreich verlangt für jedes betroffene EPR-System (filière) eine eigene Nummer, den identifiant unique (IDU): Ein Produzent hält so viele Nummern, wie es betroffene EPR-Systeme für seine Produkte gibt – die Verpackung eingeschlossen. Pflicht seit dem 1. Januar 2022; die Nummer gehört in die allgemeinen Verkaufsbedingungen, das Bußgeld reicht bis 30.000 Euro.
Umsatzsteuer
Bis 10.000 Euro grenzüberschreitendem Jahresumsatz dürfen Sie weiter in Deutschland versteuern; darüber gilt der Bestimmungsstaat – und OSS spart die Registrierung in jedem einzelnen Land (Quelle: vat-one-stop-shop.ec.europa.eu/one-stop-shop, 09.2026). Ware in einem französischen Lager ist kein Fernverkauf mehr – ob eine französische Registrierung nötig wird, prüft der Steuerpartner vor der ersten Palette.
Cdiscount: Gebühren und Kennzahlen
Die Eröffnung kostet nichts und die Zahl der Verkäufe ist nicht begrenzt (Quelle: marketplace.cdiscount.com, 09.2026); das Abonnement liegt danach bei 39,99 Euro netto im Monat (Quelle: marketplace.cdiscount.com/en/faqs, 09.2026).

Geprüft: September 2026 Quelle: ADEME – identifiant unique (UIN) (öffnet in neuem Tab)

Kanäle

Womit ein deutscher Händler in Frankreich anfängt

01

Amazon.fr – Start ohne neues Konto

Dasselbe europäische Verkäuferkonto wie in Deutschland. Neu sind französische Texte, eine eigene Preiskalkulation inklusive Versandkosten und die Frage, ob Ware in ein französisches Lager geht. Mehr: Amazon-Seite.

02

Cdiscount – das französische Haus

Verkäufer müssen im Handelsregister ihres Landes eingetragen und bei den Steuer- und Sozialbehörden gemeldet sein; eröffnet wird ohne Gebühr und ohne Begrenzung der Verkäufe (Quelle: marketplace.cdiscount.com, 09.2026). Details: Verkauf auf Cdiscount.

03

Fnac und Darty – zwei Marktplätze, nicht einer

Die Gruppe betreibt Fnac.com und Darty.com getrennt: eigene Portale, eigene Verkäuferkonten und ein Abonnement je Marktplatz – 49,99 Euro netto im Monat pro Marketplace (Quelle: marketplace.fnacdarty.com/s/devenir-vendeur, 09.2026). Was das für Elektronik und Möbel bedeutet: Verkauf auf Fnac.

04

Kaufland.fr – der Kanal nebenbei

Ein Konto für neun Länderseiten, Frankreich eingeschlossen: 39,95 Euro im Monat, Provision 4 bis 16 Prozent (Quelle: kauflandglobalmarketplace.com/en, 09.2026). Wer Kaufland.de bedient, schaltet Frankreich dazu – ein günstiger Test, kein vollwertiger Auftritt. Mehr: Verkauf auf Kaufland.

Bevor das erste Angebot online geht

Französische Formalitäten in einen Zeitplan gebracht

Ein Marktplatz gilt in Frankreich selbst als Produzent, wenn er Ware ohne Nachweis der erfüllten Pflichten für Dritte verkauft (Quelle: filieres-rep.ademe.fr/en/identifiant-unique, 09.2026). Deshalb fragen die Plattformen früh nach den Nummern – wir fangen mit ihnen an.

  1. Die EPR-Systeme für das Sortiment ermitteln

    Verpackungen betrifft es fast immer, dazu je nach Ware Elektro, Batterien, Möbel oder Textil – die ADEME vergibt für jedes betroffene EPR-System (filière) eine eigene Nummer.

  2. Registrierung über einen Öko-Organismus oder Bevollmächtigten

    Die Anmeldungen führt unser Partner – über einen Öko-Organismus oder einen Bevollmächtigten (Quelle: filieres-rep.ademe.fr/en/identifiant-unique, 09.2026). Die IDU-Nummer tragen wir danach in die Verkaufsbedingungen und in die Plattformkonten ein.

  3. Umsatzsteuer passend zum Lager

    Versand aus Deutschland läuft über OSS. Kommt ein französisches Lager ins Spiel, planen wir die steuerliche Prüfung, bevor die erste Palette fährt – nicht danach.

  4. Französische Inhalte, Service und Kennzahlen

    Angebote schreiben wir auf Französisch, statt die deutschen zu übersetzen. Den Kundenservice auf Französisch führt ein Partner; Reklamationsquote, Liefertreue und EPR-Meldungen bekommen einen festen Rhythmus.

Wer das bei uns macht

EUROSELL sitzt in Zielona Góra und betreut Marken auf 42 Plattformen in Europa. Wir sind ein kleines Team, sechs Personen, und das mit Absicht: Sie sprechen mit den Leuten, die in den Konten arbeiten. Amazon führt uns als Gold Agency Partner (Tier 2) im Amazon Europe Agency Program; dazu Amazon SPN, Amazon Ads Verified Partner, Allegro Ads, Kaufland Global Marketplace Partner und TikTok Shop Partner.

Logistik, Retouren und Kundenservice in den Sprachen der Märkte sowie Umsatzsteuer, OSS und EPR laufen über Partner. Den Verkauf führen wir: Konten, Angebote, Preise, Kampagnen, Berichte. Sie entscheiden, ob wir beraten, einen Teil übernehmen oder den ganzen Kanal führen.

Ein Beispiel ohne Namen: Ein deutscher Händler wollte zum Saisonstart auf Cdiscount stehen. Die Angebote standen früher als die EPR-Nummern – gewartet wurde auf die Registrierungen. Wer das kennt, startet die Registrierungen zuerst und schreibt die Texte währenddessen. Wie so ein Start aussieht, wenn die Formalitäten den Takt vorgeben: zwei Märkte statt ein Quartal Warten.

FAQ

Häufige Fragen zum Verkauf in Frankreich

Keine Antwort gefunden? Sprechen wir darüber Alle Fragen ansehen
Brauche ich eine französische Gesellschaft, um in Frankreich zu verkaufen?

Nein. Cdiscount verlangt einen Eintrag im Handelsregister Ihres eigenen Landes und die Meldung bei den Steuer- und Sozialbehörden (Quelle: marketplace.cdiscount.com, 09.2026) – von einer französischen Gesellschaft steht dort nichts. Auch die ADEME sieht Produzenten ohne Sitz in Frankreich vor: Ausweis über die innergemeinschaftliche Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die Pflichten übernimmt auf Wunsch ein Bevollmächtigter (Quelle: filieres-rep.ademe.fr/en/identifiant-unique, 09.2026).

Was ist der identifiant unique und wer beantragt ihn?

Der IDU belegt, dass ein Produzent für ein EPR-System (filière) registriert ist – pro System, nicht pro Unternehmen; registriert wird über einen Öko-Organismus oder individuell (Quelle: filieres-rep.ademe.fr/en/identifiant-unique, 09.2026). Die Anmeldungen führt bei uns ein Partner.

Mehr auf der Seite: EPR, BDO und PPWR – Umwelt-Compliance
Reicht OSS oder brauche ich eine französische Umsatzsteuernummer?

Solange Sie aus Deutschland versenden, reicht OSS: Das Unionsverfahren deckt den innergemeinschaftlichen Fernverkauf ab, die OSS-Erklärung ersetzt aber die deutsche Umsatzsteuererklärung nicht (Quelle: vat-one-stop-shop.ec.europa.eu/one-stop-shop, 09.2026). Ware aus einem französischen Lager ist kein Fernverkauf mehr – FBA in Frankreich ist deshalb auch eine Steuerentscheidung.

Muss der Kundenservice wirklich auf Französisch laufen?

Ja. Cdiscount schreibt in seinen FAQ, dass der Kontakt mit dem Käufer auf Französisch erfolgt – auch wenn das Paket ins Ausland geht (Quelle: marketplace.cdiscount.com/en/faqs, 09.2026). Dazu kommen harte Kennzahlen: höchstens 1 Prozent Reklamationen, 99 Prozent pünktliche Lieferungen (Quelle: marketplace.cdiscount.com, 09.2026). Englische Antworten schlagen zuerst auf die Bewertungen durch – und die Reklamationsquote misst Cdiscount selbst.

Mehr auf der Seite: Marktplatz-Kundenservice
Lohnt sich Cdiscount neben Amazon.fr?

Das hängt vom Sortiment ab, und wir rechnen es vor dem Start durch. Fnac und Darty sind übrigens zwei getrennte Marktplätze mit je einem Abonnement von 49,99 Euro netto im Monat (Quelle: marketplace.fnacdarty.com/s/devenir-vendeur, 09.2026). Gehen die Zahlen bei Ihrer Marge nicht auf, sagen wir das, bevor Sie ein Konto eröffnen.

Mehr auf der Seite: Verkauf auf Cdiscount
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EPR außerhalb Deutschlands, der Einstieg in Frankreich und die Umsatzsteuer im Cross-Border-Verkauf.

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